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Pompeij

 In den Ruinen des Altertums – Ein Besuch in Pompeij

Wir betreten eine andere Zeit, eine andere Welt, eine andere Kultur. Nun, vielleicht tun wir das auch nicht so richtig, denn letztlich spazieren wir in Pompeji durch einen touristisch zurecht gekneteten Arbeitsplatz von Archäologen und Geschichtswissenschaftlern, denen es viel lieber wäre, der Tourist würde einfach nur das Geld spenden, dass sie für ihre Arbeit benötigen und sich ansonsten von ihrer Spielwiese fernhalten. Wissenschaftler haben es gern ruhig und einsam, damit sie nachdenken und unbeobachtet vor sich hin murmeln können. Der Blick durch das Loch in einer Plane, hinter der ein junger Vollbartträger mit einer Lupe am Auge eine kleine Tonscherbe betrachtet und leise faselt, bestätigt das Klischee.

Über das Leben und die Einwohner in Pompeji und dem Untergang der Stadt ist erstaunlich viel überliefert. Die Explosion des Vesuv kam nach neueren Erkenntnissen nicht ganz plötzlich. Erdbeben beunruhigten die Einwohner nur bedingt, aber bereits Monate zuvor. Erst als aus dem Berg Wolken aufstiegen, war zumindest Plinius der Ältere etwas überrascht, denn bis zu diesem Zeitpunkt hat niemand den Berg für einen Vulkan gehalten.

mehr lesen? … Dann folgen Sie mir bitte in die Ruinen des Altertums. Und nehmen Sie sich etwas Zeit mit.

Wenn bei Capri …

„Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt …“
————
Ralph Maria Siegel

Oh wie schön ist Panama

Es gibt ein Wort, dass man bei der Nennung des Inselnamens Capri sofort im Kopf hat: Sonne. Nicht nur das süße Getränk in der Aluverpackung erscheint vor dem inneren Auge, auch das Lied von den Caprifischern schaukelt gemächlich am inneren Ohr vorbei.
„Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt…“
Um das zu erleben, darf man kein Tagestourist sein, denn die letzten Fähren laufen häufig noch bei Tageslicht in Richtung Festland aus.
Also nehmen wir uns fest vor, nach Capri zu schippern und dort mindestens eine Nacht zu bleiben.
Es ist der 13. Juni. Antonius-Tag.

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Neapel sehen und …

Wer immer den Satz “Neapel, sehen und sterben” geprägt hat, er muss einen guten Grund gehabt haben. Nur welchen? Die Klassiker, Romantiker, Dichter und Romanciers schwärmten von der Schönen am Golf. Das muss ein völlig anderes Neapel gewesen sein, als das, was sich uns heute präsentiert.
Das gut ausgebaute Nahverkehrsnetz in der Großraumregion Neapel, bringt uns von Vietri sul Mare innerhalb einer knappen Stunde in die Metropole. Es gibt verschiedene Züge, die hier eingesetzt werden. Eine moderne, gut klimatisierte S-Bahn, in der ein junges Mädchen in der Uniform der Firma Dussmann-Reinigungsservice von einem Ende des Zuges zum anderen schreitet und bei alle freien Sitzbänken mit Sprühflasche und Tuch die Armlehnen putzt, ist die eine Form. Die lernten wir bei der Fahrt nach Pompeji kennen. Die andere Sorte ist eher die dritte Klasse. Wagons mit spärlich aufgestellten Blechsitzen, die verschiedene Stufen der Farbgebung offerieren, sind dabei im Einsatz. Die Klimatisierung erfolgt hier in der Regel in der Kombination von übersteuertem Kühlsystem und weit aufgerissenen Fenstern. Ich bin nicht der einzige im Zug, der hustet.

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Neapolitaner Ehre

Geräuschlos gulpert in der Ferne der weiße Rauch aus dem Schlot des Vesuvs. Neapel, die schmuddelige Schöne am Golf von … ja eben, Neapel, liegt in gammeliger Siestaträgheit in der mediterranen Mittagssonne. Ein kleines Segelboot dümpelt im brackigen Wasser eines aufgegebenen Hafenbeckens.
Aus den alten nach feuchtem Putz riechenden Häusern am Ufer ist kaum ein Geräusch zu hören. Ein paar Teller klappern im Abwasch. Eine Frauenstimme summt leise. Sonst scheint keiner wach zu sein.

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Sonntags übern Berg

Wandern zu den Kapellen rund um den Monte Falerio

 

Monte Falerio

Der Monte Falerio schaut uns jeden Morgen beim Frühstück zu. Es handelt sich dabei um einen Felsenkegel, der sich auf 650 Meter aus dem Meer hebt. Für den Wanderer ist er nicht ohne Weiteres zu erklimmen. Trotzdem verirren sich von Zeit zu Zeit Kletterer auf den Felskegel, von dem die Aussicht sicher phänomenal ist. Um das Massiv herum und auch entlang der größeren Felsen oberhalb der Amalfiküste ziehen sich zahlreiche Wanderwege, deren Ausschilderung allerdings eine gewisse Kreativität in der Auslegung erfordert.
In der größten Mittagshitze machen wir uns auf den Weg. Der Wanderweg, der hinter dem Haus entlangführt und die Nummer 303a trägt, schlängelt sich zunächst an noch abgelegeneren Gehöften, als dem Unsrigen vorbei.

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Amalfi

Das Herz der Küste

Blick auf Amalfi

Wir wollen nach Amalfi, dem Ort, der dieser Küste den Namen und das Gesicht gibt. Das wollen wir mit dem Bus versuchen, denn vom Autofahren auf der Amalfitana, der berühmten Küstenstraße rät uns jeder Reiseführer ab. Von Raito aus, dem Bergort, der unterhalb unserer Unterkunft im noch kleineren Örtchen Albori liegt, verkehrt ein Bus nach Vietri sul Mare ins Tal hinab. Wann wissen wir nicht. Wir wandern also die eineinhalb Kilometer hinab nach Raito, geben der Verkäuferin im Tabacchi-Laden ein paar Euro für die Fahrkarten und setzen uns an die Haltestelle, die wir am Abend vorher ausfindig gemacht haben. Neben uns liest ein Herr, gepflegt, Anzughose, Sommerhemd in der Gazetta della Sport. Das geschätzte Alter des Herren liegt bei kurz vor der Pensionierung. Als der Bus kommt und wir uns in diesen hineinstürzen wollen, guckt er uns kurz an, erkennt unseren Touristenstatus und hält uns vom Einsteigen ab. Der Bus fährt über den Berg ins Nachbardorf und nicht nach unten und ins Nachbardorf wollen wir ganz sicher nicht. Das erklärt er uns im zügigen Italienisch, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, ins Englische oder Deutsche zu wechseln.

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Kleines Haus am Hang

Aussischt nach unten
Blick nach oben

Unsere Unterkunft liegt relativ weit oben am Berg in Albori, eines der Pui belle Dörfer von Italien. Dreihundert Meter Wanderweg müssen wir laufen, bevor wir überhaupt im Ort sind. Dann nochmal eineinhalb Kilometer bis in den Nachbarort Raito hinab, in dem es Fahrkarten, Brot und Obst gibt, wenn die kleinen Läden geneigt sind, offen zu haben, was morgens ist und dann noch mal am späteren Nachmittag – allerdings nicht am Montag.

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Viterbo – oh no

„Volare – Oooo-ho“
————
Domenico Modugno

„Viterbo- Oooo- no“
————Ich

Warum Viterbo nie in einem Schlager von Caterina Valente auftauchte, wird mir sehr schnell klar, als ich in der mittelgroßen Stadt nördlich von Rom Zwischenhalt mache. Wörter wie “Drecksnest”” und “Lumpengesindel” sind nicht schlagerkompatibel.
Viterbo ist eine alte Stadt, das sieht man sogar den neueren Bauten an.

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