Category Archives: Schweden

Jodeln auf Schwedisch

"„Holleri du dödl di, diri diri dudl dö.“"
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Loriot

 

Zwanzig Kilometer können eine weite Strecke sein. Fußgänger wissen das. In Schweden können sogar zwanzig Kilometer mit dem Auto eine unzumutbare Strecke darstellen. Sofern der Straßenbau seine Finger im Spiel hat.
Die Entfernung zur Alm Sverdbovallen, auf der unsere Tochter im Sommer saisonal für einige Wochen arbeitet, ist für schwedische Verhältnisse ein Klacks. Von unserem Ferienhaus am Dellensee bis hinauf auf die Alm sind das knapp 50 Kilometer. Die meisten der Kilometer kennen wir schon. Da kommt man voran in landschaftlich reizvollem Umfeld. Seen liegen faul am Straßenrand herum. Wälder wirken dicht und geheimnisvoll, die letzten 20 Kilometer hinauf zur Alm sind angenehm mit Bäumen versehen und über den blauen Sommerhimmel mit seinen Schäfchenwolken gibt es ebenfalls keinerlei Worte zu verlieren, die den Anschein von Ironie aufweisen könnten. Lediglich die Straße fehlt.

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Heute Elche

Heute werde ich Elche sehen.
Was mich da so sicher macht?
Ich besuche einen Zoo.

Egal welches Land der Welt man betrachtet, überall gibt es Orte in denen Tiere als Namensgeber eine besondere Rolle spielen. Meist liegt es an der Häufigkeit, mit der sie in der Gegend auftauchen oder man bezieht sich auf eine Geschichte, die die Entstehung des Ortes begründet. Mir fallen da Orte ein, wie Eberswalde, Heringsdorf oder Bärlin. In vielen Fällen, sitzt das namensgebende Tier im Wappen. So auch in Järvsö, in Mittelschweden.
Der Järv ist ein großer Marderhund oder auch Marderbär.

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Auf dem Wikingerboot

In Delsbo gibt es eine zentrale Einkaufsmeile. Na, besser einen Parkplatz, um den sich zwei Supermärkte, ein Baumarkt und ein Antiquitätenladen drängen. Im weiteren Umfeld finden sich auch noch eine Tankstelle und eine Pizzeria. Im örtlichen Ica-Markt ist noch etwas einzukaufen, was wir bei Lidl vergessen haben. Die Märkte haben hier jeden Tag offen, Samstags und Sonntags aber nur bis 21:00 Uhr. Während unsere Tochter mal eben schnell bei ICA reinspringt, stehen wir vor dem Laden und werden von einem Pärchen angesprochen, das gerade aus einem Auto gestiegen ist.
“Sie müssen die Eltern sein”, spricht uns die Frau auf Englisch an.

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Mit der Fahrraddraisine unterwegs

Zwischen Ljusdal und Hudiksvall am Bottnischen Meerbusen verbindet eine Bahnstrecke zahlreiche kleine Orte. Unter anderem liegt auch Delsbo an der Linie, die eine ganze Weile am südlichen Ufer des Dellensees entlangführt. Mit dem normalen Personentransport ist die Strecke seit einigen Jahren nicht mehr rentabel gewesen, deshalb hat man sie aufgegeben und dem Transportwilligen die Möglichkeit eingeräumt, selbst zu sehen, wo er bleibt. Inzwischen haben Busse die Idee übernommen, Leute für Geld von A nach B zu bringen. Die Bahnstrecke und ihre vielen kleinen bezaubernden Stationen verfielen zusehends. Trainspotter und Schienenliebhaber haben sich der Strecke vor einigen Jahren angenommen und sie liebvoll in einen Zustand versetzt, der die Dellenbahn heute als Museumsstrecke ausweist. Es gibt einen alten Schienenbus, an dem ein paar Enthusiasten herumfrickeln. Im Sommer bietet die Strecke noch eine andere Möglichkeit, dem Drang sich auf der Schiene fortzubewegen, nachzugehen. Man kann eine Fahrraddraisine mieten und sich auf der Strecke, die insgesamt knapp 50 Kilometer lang ist austoben.

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Ankunft am Dellensee – Delsbo

Wir entern in Bollnäs den örtlichen Lidl, damit wir wenigstens etwas Essbares im Gepäck haben, das wir unabhängig von der Sprache einer Verwendung zuordnen können – Butter, Brot, Marmelade, Mückenschutz ect. Danach machen wir uns auf den Weg in die Gemeinde Delsbo am Dellensee, wo ein schickes Ferienhaus auf uns wartet. Doch um dort hin zu gelangen, muss ein Hindernis überwunden werden und das ist die schwedische Art und Weise, mit Straßenreparaturen umzugehen.
In Mittelschweden sind die Winter lang und schneereich. Frost ist der natürliche Feind des Asphalts, wie wir ja aus den gemäßigten Winterperioden in Deutschland wissen. Straßenreparaturen kann man also nur sinnvoll durchziehen, wenn das Wetter einigermaßen trocken ist. Das ist in Mittelschweden meist im Sommer der Fall.

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Bollnäs – die angeblich hässlichste Stadt Schwedens

Bollnäs ist eine Stadt in der Region Hälsingland, die Region, in der wir für ein paar Tage weilen wollen. Laut unserer Tochter, die seit zwei Jahren in diesem Ort wohnt, wurde Bollnäs bereits zweimal mit dem zweifelhaften Titel “hässlichste Stadt Schwedens ausgezeichnet. Wer oder was solche Titel vergibt, konnte ich nicht herausfinden und warum man diese kleine Stadt diese Bezeichnung zumutet auch nicht. Der Ort ist nicht besonders groß und liegt an einem  See. Eine recht attraktive Kirche steht gut sichtbar in der Stadt.

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Wo sind die Elche?

Von Schwedens Landleben oder dem, was ich davon sehe, sobald ich Stockholm mit dem Auto Richtung Norden verlasse, erwarte ich ein Menge Natur, weite Landschaften und Elche. Das erste was ich sehe, nachdem ich behaupten kann, dass selbst Stockholms Vororte hier nicht mehr hinreichen, ist ein riesiger Betonklotz mit kleinen Fenstern, der an der Autobahn steht. Sein Dach ist in der traditionellen Bauweise chinesischer Restaurants gedeckt, der Parkplatz mit einer Art stilisierten chinesischen Mauer gestaltet. Es ist ein Autobahnhotel, das sich ganz der chinesischen Kultur widmet – oder besser, dem, was wir Europäer als chinesische Kultur durchgehen lassen.

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Stockholm – Gamla Stan – Militärballett

In einer stattlichen Anzahl von Ländern finden zu geregelten Zeiten militärische Zeremonien statt. Meist sind es Wachwechsel vor historisch bedeutsamen Gebäuden. Und in fast allen Fällen kommen dabei farbenprächtige Kostüme – Entschuldigung – Uniformen zum Einsatz, die in einer meisterhaft durchchoreografierten halben Stunde mit allerhand Verrenkungen und Getöse den staunenden Touristen und ihren Fotoapparaten präsentiert werden. Wenn man an die Bommelschuhparade der griechischen Palastgarde denkt, den sogenannten Evzonen, fragt man sich schon, wie grimmig diese Einheit mit ihren Pittiplatschschlappen bei einem Einsatz wirkt.
Der schwedische König ist für diesen Spaß ebenfalls zu haben. Jeden Tag um die fortgeschrittene Mittagszeit sperren ein paar blau uniformierte Gardisten, die auf dem Schlossvorplatz herumlümmelnden Touristen hinter eine Kordelabsperrung. Und dann lassen sie die Leute da stehen und warten erstmal ab. Gegen 13:15 Uhr kommt ein schicker Soldat mit Karteikarten in der Hand und stellt sich vor ein Mikrofon. Dann beginnt ein Vortrag, über das, was den Besucher erwartet.

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Stockholm – Gamla Stan – Das Schloss vom Knüg

Die schwedische Sprache ist schon etwas speziell, aber einzelne Phrasen sind schnell zu erlernen. So sagt man einfach “Hej” wenn man jemanden begrüßt. Das entspricht dem landläufigen “Hallo” oder auch “Tach”. Gamla Stan ist die Altstadt von Stockholm, wobei Gamla im Schwedischen für Alt steht. “Hej Gamla” heißt übersetzt also nichts anderes als “Tach, Alta”. Was heißt dann wohl “Gamla Swede”?
Soweit zur Sprache, obwohl, ganz fertig bin ich noch nicht. Selbst bedeutende Schweden haben manchmal mit der eigenen Sprache ihre Probleme. Der bedeutendste Schwede ist zweifelsfrei der König. Im Moment thront Karl der XVI.Gustav als Obermotz über dem Land, nebst seiner reizenden Gattin Silvia Sommerlath aus Heidelberg. Karl Gustav sieht für mich immer aus, wie der britische Schauspieler Jim Broadbent, ein angenehmer Zeitgenossse, der hochsensible Charaktere genauso überzeugend darstellt, wie Schurken und Deppen.

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Stockholm – Riddarsholmen

Der Stockholmer und auch die Stockholmerin sind größtenteils frisch, jung, aktiv, überaus sportlich und gehen souverän ihren Weg. Das wird mir in dem Moment deutlich, als ich den Steg herunter balanciere, der mein Hotelschiff mit dem Gehweg verbindet. Kaum betrete ich festes Land muss ich beherzt einem vorbei spurtenden Joggerpärchen in sportlicher Hochkonzentration ausweichen und verpasse dabei um wenige Zentimeter den Abgang ins um das Boot schwappende Brackwasser. Glück gehabt, denke ich, und hallo, echt sportlich diese Stockholmer, wow, man-oh-man, Respekt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie ihre Trainingsroutine unterbrochen hätten, wenn ich Baden gegangen wäre.

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